Praxistheorie

Good morning, brand new world!

Berhanu, Samuel: Neues Jahr, neues Land, neues Business!

Samuel Berhanu ist Gründer der BERHANU DENKFABRIK BUSINESS PLC und der FAIR SHARE COMPANY in Äthiopien. Zusammen mit Goldene Zeiten Berlin baut er ein interkulturelles Managementprogramm auf. Fokus: Neuanfang. Seine eigene Erfahrung zeigt jedoch: Trotz allem Zauber wohnt dem Neuanfang auch jede Menge Herausforderungen inne.


Goldene Zeiten Berlin: Sehr geehrter Herr Berhanu: Sie haben Ende 2008 Deutschland verlassen und neu in Äthiopien angefangen. Ein kompletter Restart. Warum?

Samuel Berhanu: Geboren bin ich in Äthiopien, lebe aber seit meinem fünften Lebensjahr in Deutschland. All die Jahre über hatte ich immer mit den Gedanken gespielt, in mein Geburtsland zurueckzukehren und dort etwas aufzubauen. Wichtig für mich war jedoch, dass ich bei diesem Schritt die Verbindung nach Deutschand nicht kappen werde. Schliesslich sehe ich Deutschland, wie auch Äthiopien, als meine Heimat an. Ich bin sehr froh, dass ich mit meiner neuen Aufgabe in Äthiopien (Verlaeger eines aethiopisch-deuschen Wirtschaftsmagazins ‘INVESTMENT IN ETHIOPIA’) eine Arbeit nachgehe, die es für mich ermöglicht, die Verbindung zwischen Aethiopien und Deutschland aufrecht zu erhalten.

Goldene Zeiten Berlin: Ist Ihnen schwergefallen, Menschen und Sichtweisen loszulassen?

Samuel Berhanu: Am schwersten war es für mich, meine Geschwister und Freunde in Deutschland zu lassen.

Goldene Zeiten Berlin: Wie war es, als Sie in Ihrer neuen Welt Äthiopien angekommen sind?

Samuel Berhanu: Ich muss ehrlich gestehen, dass ich in den ersten Tagen in Äthiopien sehr verunsichert war, ob ich wirklich das Richtige gemacht habe. Ich habe in Deutschland einen tollen Job gekündigt, hab meine Familie und Freunde, die mir sehr ans Herz gewachsen sind sowie die wunderbare Stadt Berlin verlassen. All die Jahre war ich so davon überzeugt, dass ich nach Aethiopien ziehen muss und plötzlich packten mich Zweifel. Glücklicherweise dauerte dieser Zustand nicht lange an. Nach über einem Jahr kann ich immer noch sagen, dass das eines meiner besten Entscheidungen war die je getroffen habe.

Goldene Zeiten Berlin: Was waren Ihre ersten Schritte?

Samuel Berhanu: Mein Vorhaben, die Gründung eines Verlages voranzutreiben. Ich habe mich umgehend über die Voraussetzungen erkundigt und mich mit dem Anmeldungsprozess beschäftigt. Nachdem all dies abgeschlossen wurde, habe ich in Aethiopien die Firma BERHANU DENKFABRIK BUSINESS PLC gegruündet. Bei der Markenentwicklung, dem sogenannten Branding, war es für mich wichtig, dass das Äthiopische und Deutsche vertreten ist.

Goldene Zeiten Berlin: Was erhoffen Sie sich von Ihrer neuen Welt?

Samuel Berhanu: Abgesehen von der Sonnenwärme habe ich mir darueber eigentlich keine Gedanken gemacht. Was mich bewogen hat nach Äthiopien auszuwandern, war hauptsächlich der Wunsch, etwas für das Land zu tun. Sehen Sie, trotz enormen Wirtschaftswachstum in den vergangegnen Jahren zählt Äthiopien heute noch zu den ärmsten Laendern der Welt. Es ist ein Jammer, dass heute noch Menschen hier, wie auch in anderen Ländern, vor Hunger und aus Mangel an ärztlicher Versorgung sterben müssen. Ich wollte und konnte einfach nicht länger untätig in Deutschland sitzen und meinen Beiterg zur Armutsbekämpfung leisten. Warum dies ausgerechnet unter anderem mit der Herausgabe eines Wirtschaftsmagazins, fragen Sie sich vielleicht. Nun, ich bin der festen Überzeugung davon, dass Äthiopien mehr davon profitiert, wenn es dem Land gelingt, private und oeffentliche auslaändische und inländische Investitionen zu gewinnen, die die Wirtschaft ankurbelt sowie Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze schafft als Sendengelder. Das Magazin soll genau dabei helfen, namlich das Land europaweit vorzustellen und potenzielle Investoren von den Vorzügen einer Investition in Äthiopien zu berichten.

Goldene Zeiten Berlin: Was möchten Sie in Ihrer neuen Welt gar nicht mehr antreffen?

Samuel Berhanu: Kälte . Sehen Sie, ich liebe den Frueling und den Sommer in Deutschland. Mit Herbst und Winter konnte ich mich einfach all die Jahre ueber nicht anfreunden.

Goldene Zeiten Berlin: Ihr Neustart liegt fast ein Jahr hinter Ihnen: Haben Sie sich verändert?

Samuel Berhanu: Ich habe viel dazu gelernt. Zum Beispiel wurde mir klar, dass allein ein äthiopischer Hintergrund aus mir nicht gleich einen Äthiopier macht, der versteht, wie die Menschen hier fühlen, denken und handeln.

Goldene Zeiten Berlin: Würden Sie heute Dinge anders machen?

Samuel Berhanu: Ich habe zwar mehrere Jahre mich mit den Gedanken befasst auszuwandern. Entschieden und umgesetzt habe ich dies in ca. sechs Monaten. Vielleicht hätte ich etwas mehr Vorbereitungszeit berücksichtigen sollen.

Goldene Zeiten Berlin: Wie sieht Ihre Zukunft aus?

Samuel Berhanu: In Bezug auf die Arbeit beabsichtige ich zukuenftig (nach einer Testphase in 2010 wo die erste Ausgabe des Magazins im Mai/Juni erscheinen wird und vorerst drei mal in diesem Jahr) das Magazin monatlich zu veröffentlichen, sowie weitere Magazine herauszubringen. Privat steht die Gruendung einer Familie an . Wo wir zukünftig letzendlich leben werden, ob hier oder in Deutschland kann ich nur schwer beantworten.

Goldene Zeiten Berlin: Was macht Ihnen Freude?

Samuel Berhanu: Dass mir meine Familie und Freunde mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ohne ihren Zuspruch und Hilfe wäre ich bis jetzt nicht soweit gekommen.

Goldene Zeiten Berlin: Wir danken Ihnen für das Gespräch.

1 Kommentar»

  Daniel Günther hat @ geschrieben

Sehr geehrter Herr Berhanu,
DU bist und bleibst ein ECHTER Berliner mit äthiopischen Herz! Der nötige Mut und die unbeirrbare Zuversicht, das das persönliche Engagement für einen interkulturellen Austausch im weitesten Sinne zum Vorteil aller werden kann, zeigt für mich eine konkrete Perspektive in eine “bessere” Zukunft auf!

Die besten Grüße aus Berlin!


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